Wohnen · 5 Min. Lesezeit

Mieterhöhung erhalten: So prüfst du, ob sie zulässig ist

Vergleichsmiete, Kappungsgrenze, Form: Eine Mieterhöhung ist nur wirksam, wenn alle Punkte stimmen. Hier ist die Checkliste.

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Ein Mieterhöhungs­schreiben ist kein Vertrag, sondern ein Verlangen. Du musst zustimmen, damit es wirksam wird – und vorher prüfen, ob es überhaupt zulässig ist.

1. Form prüfen

Die Erhöhung muss schriftlich kommen, an alle Mieter im Vertrag adressiert und begründet sein – etwa mit Mietspiegel, Vergleichswohnungen oder Sachverständigen­gutachten.

2. Wartezeit beachten

Die letzte Mieterhöhung muss mindestens 15 Monate her sein, und der jetzige Betrag muss seit mindestens 12 Monaten unverändert gelten.

3. Kappungsgrenze

Innerhalb von 3 Jahren darf die Miete maximal um 20 % steigen – in vielen Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt nur um 15 %.

4. Ortsübliche Vergleichsmiete

Die neue Miete darf nicht über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Diese findest du im örtlichen Mietspiegel deiner Stadt oder Gemeinde.

5. Überlegungsfrist

Du hast Zeit bis zum Ende des übernächsten Monats nach Zugang, um zuzustimmen. Bei Zugang im März kannst du also bis Ende Mai entscheiden.

6. Was tun bei Zweifeln?

Stimme nicht vorschnell zu. Mietervereine prüfen das Schreiben für wenige Euro Mitgliedsbeitrag – und lohnen sich schon bei einer einzigen unzulässigen Erhöhung.

7. Was passiert ohne Zustimmung?

Der Vermieter kann auf Zustimmung klagen. Dann prüft das Gericht das Schreiben. Ist es formal fehlerhaft, ist die Erhöhung unwirksam – ganz ohne Risiko für dich.

So sieht das in echt aus

Vermieter

Im Brief steht

Hiermit verlangen wir Ihre Zustimmung zur Erhöhung der Nettokaltmiete auf … EUR."

Einfach erklärt

Der Vermieter fordert dich auf, einer höheren Miete zuzustimmen. Prüfe Kappungsgrenze, Wartezeit und Begründung, bevor du unterschreibst.

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Häufige Fragen

Muss ich einer Mieterhöhung zustimmen?
Ja, bei einer Mieterhöhung nach § 558 BGB brauchst du zur Wirksamkeit deine Zustimmung. Du hast dafür Zeit bis zum Ende des übernächsten Monats nach Zugang.
Was ist die Kappungsgrenze?
Innerhalb von 3 Jahren darf die Miete maximal um 20 % steigen – in vielen Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt nur um 15 %.
Wie erkenne ich die ortsübliche Vergleichsmiete?
Meist über den Mietspiegel deiner Stadt oder Gemeinde. Auch Vergleichswohnungen oder ein Gutachten sind zulässige Begründungen.
Was, wenn ich nicht zustimme?
Der Vermieter kann auf Zustimmung klagen. Das Gericht prüft dann die formalen und inhaltlichen Anforderungen.
Wer prüft mein Schreiben kostengünstig?
Mietervereine prüfen Mieterhöhungen für ihre Mitglieder – die Beiträge sind meist gering und lohnen sich schon bei einer einzigen fehlerhaften Erhöhung.

Briefbegleiter hilft dir, Briefe besser zu verstehen. Briefbegleiter ersetzt keine Rechtsberatung, Steuerberatung oder medizinische Beratung. Bei wichtigen Entscheidungen oder laufenden Fristen solltest du zusätzliche fachliche Hilfe prüfen.

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