Sozialgerichte stellen jährlich fest, dass jeder zweite Jobcenter-Bescheid Fehler enthält. Es lohnt sich also, jeden Bescheid sorgfältig zu prüfen.
1. Bewilligungszeitraum
Für welchen Zeitraum gilt der Bescheid? Standard sind 12 Monate. Manchmal werden nur 6 Monate bewilligt – das ist nicht automatisch falsch, aber prüfenswert.
2. Regelbedarf
Stimmt der Regelbedarf für deine Bedarfsgemeinschaft? Aktuelle Sätze findest du auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit. Achte besonders darauf, ob für Kinder die richtige Altersstufe verwendet wurde.
3. Kosten der Unterkunft
Werden Miete und Nebenkosten in voller Höhe übernommen? Falls nicht, muss das Jobcenter dich vorher schriftlich aufgefordert haben, die Kosten zu senken – sogenanntes „Kostensenkungsverfahren".
4. Anrechnung von Einkommen
Wenn du Einkommen hast, prüfe die Freibeträge. Vom Erwerbseinkommen sind in der Regel mindestens 100 € Grundfreibetrag plus weitere Freibeträge anrechnungsfrei.
5. Mehrbedarfe
Schwangerschaft, Alleinerziehung, Behinderung oder kostenaufwändige Ernährung können zu Mehrbedarfen führen. Wurden sie berücksichtigt?
6. Rechtsbehelfsbelehrung
Am Ende des Bescheids steht, wie du Widerspruch einlegen kannst. Die Frist beträgt einen Monat ab Zugang. Den Widerspruch musst du schriftlich beim Jobcenter einlegen – per Brief oder zur Niederschrift.
Was tun bei Aufhebung oder Rückforderung?
Wenn das Jobcenter Geld zurückfordert, prüfe besonders genau: Wurde wirklich ein Fehler gemacht oder nur eine Schätzung korrigiert? Lege im Zweifel Widerspruch ein – das kostet nichts und verschafft dir Zeit.