Briefe zu offenen Forderungen folgen einer klaren Reihenfolge. Wer den Unterschied kennt, weiß auch, wann er noch reagieren kann.
1. Zahlungserinnerung
Höflicher Hinweis, dass eine Rechnung offen ist. Hat keine rechtliche Bedeutung. Du kommst dadurch noch nicht in Verzug.
2. Mahnung
Setzt dich in Verzug, wenn du nach Fälligkeit nicht gezahlt hast. Ab jetzt fallen Verzugszinsen und ggf. Mahnkosten an. Achtung: Bei Verbrauchern entstehen Verzugszinsen oft bereits 30 Tage nach Erhalt der Rechnung – auch ohne Mahnung.
3. Inkassoschreiben
Ein Inkassobüro mahnt im Auftrag des Gläubigers. Du musst die berechtigten Hauptforderung und gesetzliche Mahnkosten zahlen – aber prüfen, ob die geforderten Inkassokosten und Zinsen wirklich angemessen sind. Oft sind sie überzogen.
4. Mahnbescheid
Ein gelber Umschlag vom Amtsgericht. Jetzt wird es ernst. Du hast 2 Wochen Zeit, Widerspruch einzulegen – das geht mit dem beiliegenden Formular. Ohne Widerspruch folgt:
5. Vollstreckungsbescheid
Ebenfalls gelber Umschlag. Damit kann der Gläubiger pfänden lassen (Lohn, Konto, Sachen). Du hast erneut nur 2 Wochen, um Einspruch einzulegen.
6. Pfändung
Wird ohne Vorwarnung vollstreckt? Dann liegt vermutlich ein älterer Vollstreckungsbescheid vor, den du nicht beachtet hast. Schuldnerberatungsstellen helfen kostenlos weiter.
Tipp: Reagiere immer schriftlich und schicke per Einwurf-Einschreiben, damit du im Zweifel beweisen kannst, dass du gehandelt hast.
So sieht das in echt aus
Inkasso
Im Brief steht
„Wir fordern Sie letztmalig zur Zahlung der offenen Forderung auf."
Einfach erklärt
Das Inkassounternehmen verlangt Geld von dir. Prüfe zuerst, ob die Forderung stimmt, bevor du bezahlst.
Mahnbescheid
Im Brief steht
„Gegen diesen Mahnbescheid können Sie innerhalb von zwei Wochen Widerspruch erheben."
Einfach erklärt
Du hast 2 Wochen Zeit, dem Mahnbescheid zu widersprechen. Nutze dafür das Formular, das dem Brief beiliegt.
Lade deinen Brief hoch und erhalte eine Erklärung in einfacher Sprache.
Was ist der Unterschied zwischen Mahnung und Mahnbescheid?
Eine Mahnung ist eine außergerichtliche Zahlungsaufforderung. Ein Mahnbescheid kommt im gelben Umschlag vom Amtsgericht – ab hier gelten kurze Fristen.
Wie lange habe ich Zeit für einen Widerspruch gegen den Mahnbescheid?
Zwei Wochen ab Zustellung. Das Formular liegt dem Mahnbescheid bei.
Muss ich Inkassokosten immer zahlen?
Grundsätzlich nur die Hauptforderung und angemessene Kosten. Überzogene Inkasso- oder Anwaltskosten kannst du bestreiten.
Was passiert bei einem Vollstreckungsbescheid?
Damit kann gepfändet werden (Lohn, Konto, Sachen). Auch dagegen hast du zwei Wochen Zeit für einen Einspruch.
Wann verjähren Forderungen?
Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre und endet zum Jahresende. Eine Rechnung aus 2022 wäre Ende 2025 verjährt – sofern keine Hemmung eingetreten ist.
Sollte ich reagieren, auch wenn die Forderung stimmt?
Ja. Ein Schweigen führt oft zu höheren Kosten und Vollstreckung. Selbst wenn du zahlen willst, ist eine schriftliche Rückmeldung oder Ratenzahlung sinnvoll.
Briefbegleiter hilft dir, Briefe besser zu verstehen. Briefbegleiter ersetzt keine Rechtsberatung, Steuerberatung oder medizinische Beratung. Bei wichtigen Entscheidungen oder laufenden Fristen solltest du zusätzliche fachliche Hilfe prüfen.