Arztbriefe sind für Kollegen geschrieben, nicht für Patienten. Mit ein paar Grundlagen verstehst du trotzdem das Wichtigste – und kannst gezielt nachfragen.
Aufbau eines Arztbriefs
Fast alle Arztbriefe folgen demselben Muster: Diagnose – Anamnese – Befund – Therapie – Empfehlung.
Die wichtigsten Abkürzungen
- Z.n. = „Zustand nach" (z. B. „Z.n. Knie-OP 2023")
- V.a. = „Verdacht auf"
- DD = „Differentialdiagnose" – mögliche Alternativen
- a.e. = „am ehesten" – wahrscheinlichste Erklärung
- o.B. = „ohne Befund" – nichts Auffälliges
- St.p. = „Status post" – wie Z.n.
- i.v. / p.o. = „intravenös" / „per os" (über den Mund)
Diagnose-Codes (ICD-10)
Hinter jeder Diagnose steht meist ein Kürzel wie „M54.5" (Rückenschmerzen) oder „J45.9" (Asthma). Du kannst diese Codes online nachschlagen und bekommst die offizielle Bezeichnung.
Laborwerte
Werte mit einem Pfeil (↑ oder ↓) oder einem Stern liegen außerhalb der Norm. Das heißt nicht automatisch „krank" – frag im Gespräch nach, ob ein Wert klinisch relevant ist.
Therapieempfehlungen
Hier steht, welche Medikamente, Kontrollen oder Maßnahmen empfohlen werden. Notiere dir Fragen, bevor du zum nächsten Termin gehst.
Recht auf Patientenakte
Du hast Anspruch auf eine vollständige Kopie deiner Patientenakte – auch der Arztbriefe an andere Ärzte. Eine zweite Meinung ist immer dein Recht.
Wichtig
Übersetzungen helfen beim Verstehen, ersetzen aber keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen sprich immer mit einer Ärztin oder einem Arzt.